
Risikofaktoren für die Auslösung einer Funktionsstörung der Kopfgelenke
Der Vergleich unserer kleinen Patienten mit Gesamtstatistiken lehrte uns, daß eine lange bzw. erschwerte Geburt mit der Hilfe einer Saugglocke, einer geburtshilflichen Zange oder einem Notfall-Kaiserschnitt ursächlich mit einer Asymmetrie-Symptomatik zusammenhängen können. Auch Schieflagen im Mutterleib (Steißlage, Becken-Endlage) sind als Risikofaktoren ernst zunehmen. Dazu paßt die Beobachtung, daß Zwillinge in dieser Gruppe häufiger als es dem statistischen Durchschnitt entspräche, zu finden sind. Die Genetik spielt eine größere Rolle, als noch vor 10 Jahren vermutet. Der Embryologe und Anatom Prof. Dr. Christ führt aus, das Zellen, aus denen die gesamte Wirbelsäule entsteht, streng seitig im Verhalten sind. Eine Zehe von der rechten Seite kreuzt nie zur linken Seite. Die Aussage, die rechte Hand weiß nicht, was die linke tut, hat so einen wissenschaftlichen Hintergrund. Die Asymmetrien der Anatomie werden also oft vererbt. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Um die Babys gründlich untersuchen zu können, müssen wir die Halswirbelsäule im Röntgenbild beurteilen. Dabei reicht bei Kleinkindern ein Bild von vorn, bei Kindern über anderthalb Jahren möchten wir auch noch die seitliche Aufnahme mit in die Untersuchung einbeziehen. Auf dieser Basis der Vorgeschichte, unter Berücksichtigung des Untersuchungsbefundes und bei Kenntnis der Röntgenanatomie können wir dann die Behandlungstechnik festlegen. Die Behandlung selbst besteht in einer vergleichsweise sanften Manipulation der obersten Halswirbel (ein kleiner Impuls, vergleichbar einem kurzen Klingelkopfdruck), wobei die genaue Technik von Fall zu Fall unterschiedlich ist.
AKTUELLES
Asymmetrie in der Entwicklung des Kindes
- der manualmedizinische Ansatz
20. Internationaler und interdisziplinärer Kongress
der European Workgroup for Manual Medicine 2012
27. bis 29. September 2012
Hörsaal im Rechtshaus
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Röntgenseminar in Apulien
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